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8. September 2026

Staatskapelle Berlin und Christian Thielemann beim Musikfest Berlin: Mozart trifft auf Bruckners „Romantische“

Zum Musikfest Berlin 2026 treffen am 8. September zwei sehr unterschiedliche Klangwelten aufeinander: Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nr. 21 mit Rudolf Buchbinder und Anton Bruckners Vierte Symphonie mit der Staatskapelle Berlin unter Christian Thielemann. Der Abend in der Philharmonie verbindet kammermusikalische Beweglichkeit mit symphonischer Weite.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Spielstätte des Musikfest Berlin -  Die Berliner Philharmonie
Spielstätte des Musikfest Berlin - Die Berliner Philharmonie | © Jorge Franganillo

Mainz/Berlin - Wenn Christian Thielemann die Staatskapelle Berlin beim Musikfest Berlin dirigiert, treffen zwei Werke aufeinander, die auf sehr unterschiedliche Weise die Möglichkeiten des Orchesters ausloten: Am 8. September 2026 erklingen in der Philharmonie Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur KV 467 und Anton Bruckners Vierte Symphonie Es-Dur, die „Romantische“. Am Klavier ist Rudolf Buchbinder zu erleben. Das Konzert beginnt um 20 Uhr im Großen Saal der Philharmonie und ist Teil des Musikfest Berlin 2026. Am 9. September wird das Programm in der Staatsoper Unter den Linden wiederholt.

Mozarts Klavierkonzert Nr. 21 entstand 1785 während seiner besonders produktiven Wiener Jahre. Das Werk verbindet virtuose Anforderungen an den Solisten mit einem klanglich und melodisch eigenständigen Orchesterpart. Zwischen Klavier und Orchester entsteht ein fein ausbalancierter Dialog, in dem das Soloinstrument nicht isoliert hervortritt, sondern in den orchestralen Zusammenhang eingebunden bleibt. Rudolf Buchbinder, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit dem klassischen Klavierrepertoire beschäftigt, übernimmt den Solopart.

Nach der Pause weitet sich der musikalische Maßstab mit Bruckners Vierter Symphonie erheblich. Auf dem Programm steht die heute am häufigsten gespielte Fassung: die zweite Fassung von 1878 mit dem Finale von 1880. Bruckner bezeichnete nur diese seiner Symphonien selbst als „Romantische“. Weiträumige Entwicklungen, markante Naturassoziationen und lyrische Passagen prägen das Werk ebenso wie die für Bruckner charakteristische Organisation großer musikalischer Spannungsbögen.

Eine besondere Rolle spielt dabei das Scherzo. Mit seinen Hornsignalen und dem Jagdcharakter entsteht ein deutlicher Kontrast zu den lyrischeren Passagen der Symphonie. Bruckners Naturvorstellungen sind dabei weniger als konkrete Programmmusik zu verstehen denn als Ausgangspunkt für eine musikalische Klang- und Ausdruckswelt, die das Werk mit dem Beinamen „Romantische“ verbindet.

Der Kontrast zwischen Mozart und Bruckner bestimmt auch die Dramaturgie des Abends. Mozarts Klavierkonzert stellt das kammermusikalisch bewegliche Wechselspiel von Soloinstrument und Orchester in den Mittelpunkt, während Bruckners Vierte die Möglichkeiten des großen symphonischen Klangkörpers entfaltet. Christian Thielemann verbindet beide Werke durch seine Arbeit mit der Staatskapelle Berlin, deren Generalmusikdirektor er seit Beginn der Saison 2024/25 ist. Mit Bruckner verbindet ihn und das Orchester eine kontinuierliche künstlerische Beschäftigung, die bereits mit gemeinsamen Aufführungen seiner Siebten Symphonie begann.

Für die Staatskapelle Berlin markiert das Konzert zugleich den Auftakt ihrer großen Symphoniekonzertreihe in der Saison 2026/27. Das Symphoniekonzert I wird zunächst am 8. September im Rahmen des Musikfest Berlin in der Philharmonie und am folgenden Abend in der Staatsoper Unter den Linden gespielt. Im November 2026 nehmen Thielemann und die Staatskapelle dasselbe Programm zudem mit auf eine Asientournee.

Das Musikfest Berlin findet vom 28. August bis 23. September 2026 statt und steht im Zeichen des 75-jährigen Bestehens der Berliner Festspiele. In 36 Veranstaltungen präsentiert das Festival mehr als 60 Werke von rund 40 Komponistinnen und Komponisten. Neben den Berliner Orchestern und Chören sind zahlreiche internationale Klangkörper zu Gast, darunter die Wiener Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, Le Concert des Nations und die Kansas City Symphony.

Mit dem Auftritt der Staatskapelle Berlin fügt sich das Programm am 8. September in die internationale Ausrichtung des Festivals ein. Zugleich steht ein Orchester im Mittelpunkt, das mit seinem Generalmusikdirektor zwei sehr unterschiedliche Stationen des klassischen und romantischen Orchesterrepertoires miteinander verbindet: Mozarts transparentes Klavierkonzert und Bruckners weit ausgreifende „Romantische“.