4. August 2026
Sonya Yoncheva verbindet in Aix-en-Provence Operngeschichte und musikalische Gegenwart
Mit ihrem Konzertprogramm „Rebirth“ hat Sonya Yoncheva beim Festival d’Aix-en-Provence einen Bogen über mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte gespannt. Gemeinsam mit Leonardo García-Alarcón und Cappella Mediterranea präsentierte die Sopranistin ein Programm zwischen Renaissance, Barock und traditionellen Liedformen, das von den Kritikern vor allem für seine musikalische Ausdruckskraft und stilistische Offenheit gewürdigt wurde.

Mainz/Aix-en-Provence - Sonya Yoncheva gehört zu den Sängerinnen, die ihr Opernrepertoire immer wieder durch ungewöhnliche musikalische Perspektiven erweitern. Beim Festival d’Aix-en-Provence stellte sie mit „Rebirth“ ein Konzertprojekt vor, das die Grenzen zwischen Oper, Alter Musik und überlieferten Liedtraditionen bewusst überschreitet. Gemeinsam mit dem Ensemble Cappella Mediterranea unter der Leitung von Leonardo García-Alarcón führte sie das Publikum durch Klangwelten von Claudio Monteverdi, Francesco Cavalli, Alessandro Stradella, John Dowland und weiteren Komponisten.
Im Zentrum des Abends stand Yonchevas Fähigkeit, unterschiedliche musikalische Sprachen miteinander zu verbinden. Die Sopranistin widmete sich Werken des 17. Jahrhunderts ebenso wie spanischen und lateinamerikanischen Traditionen sowie einem bulgarischen Volkslied. Dadurch entstand ein Programm, das nicht chronologisch erzählt, sondern Verbindungen zwischen historischen Formen und menschlichen Themen wie Sehnsucht, Verlust und Hoffnung hörbar macht.
Besonders hervorgehoben wurde in den Kritiken die Verbindung aus stimmlicher Präsenz und kammermusikalischer Sensibilität. Die Presse bezeichnete Yoncheva nach dem Auftritt in Aix-en-Provence als Sängerin „auf dem Höhepunkt ihrer Möglichkeiten“ und würdigte die Zusammenarbeit mit García-Alarcón und Cappella Mediterranea als musikalisch eng abgestimmtes Zusammenspiel.
Für Yoncheva ist „Rebirth“ ein Projekt mit persönlichem Bezug. Das Programm entstand aus der Auseinandersetzung mit der Alten Musik und wurde erstmals bei den Salzburger Festspielen präsentiert. Seitdem wurde es an bedeutenden internationalen Spielstätten weiterentwickelt und zeigt eine Seite der Sopranistin, die über ihre bekannten Opernpartien in Werken von Verdi, Puccini oder Bellini hinausweist.
Der Auftritt in Aix-en-Provence machte deutlich, wie vielseitig sich eine große Opernstimme einsetzen lässt: Nicht allein im dramatischen Bühnenmoment, sondern auch in der konzentrierten Begegnung mit kleinen Formen, alten Texten und der unmittelbaren Kraft einzelner Melodien.

