28. September 2026
Mascagnis „Iris“ eröffnet das Wexford Festival Opera
Mit Pietro Mascagnis „Iris“ beginnt am 15. Oktober das Wexford Festival Opera. Francesco Cilluffo dirigiert, Rosetta Cucchi inszeniert die selten gespielte Oper über eine junge Frau, die aus einer abgeschirmten Welt in eine von Begehren und Ausbeutung bestimmte Gesellschaft gerät.

Mainz/Wexford - Das Wexford Festival Opera beginnt seine diesjährige Opernserie mit einer Rarität des italienischen Repertoires: Am 15. Oktober steht Pietro Mascagnis Iris auf dem Spielplan. Francesco Cilluffo dirigiert, Rosetta Cucchi führt Regie. Für Wexford ist die Oper eine Rückkehr: Iris wurde hier zuletzt 1995 gespielt und gehört zu jenem seltenen Repertoire, das das irische Festival regelmäßig wiederentdeckt.
Mascagni, der mit Cavalleria rusticana zu den prägenden Komponisten des Verismo gehört, schlug mit Iris einen anderen Weg ein. Die 1898 in Rom uraufgeführte Oper verbindet eine farbenreiche Orchestersprache mit einer symbolisch überhöhten Handlung. Iris, eine junge Frau, die mit ihrem Vater abgeschirmt lebt, wird vom Maler Osaka in die Stadt gelockt. Was als Verführung beginnt, führt in eine Welt aus Ausbeutung, Erniedrigung und Gewalt.
Der japanische Schauplatz entspricht dabei den europäischen Vorstellungen vom „exotischen“ Japan um 1900. Librettist Luigi Illica und Mascagni entwarfen keine realistische Darstellung, sondern eine stilisierte Welt aus Ritualen, Symbolen und Farben. Rosetta Cucchi begegnet dieser Oberfläche mit einer Ausstattung von Tiziano Santi und Kostümen von Claudia Pernigotti. Tänzer, Puppenspiel und eine Artistin erweitern die szenische Ebene und machen Iris’ Geschichte auch körperlich erfahrbar.
Musikalisch unterscheidet sich Iris deutlich von der gedrängten Dramatik der Cavalleria rusticana. Das Orchester übernimmt häufig eine atmosphärische Funktion; besonders prägend ist der „Hymn to the Sun“, der die Oper eröffnet und am Ende wiederkehrt. Dazwischen führt Mascagni Iris von der scheinbaren Idylle über Verführung und Erniedrigung bis zur Katastrophe.
Die Titelrolle übernimmt Leyla Gu. Joseph Calleja singt Osaka, Jihoon Kim Il Cieco. Weitere Partien übernehmen Jolyon Loy als Kyoto, Susan Bullock als Eno und Ross Ramgobin als Cenciaiolo. Cilluffo dirigiert das Wexford Festival Orchestra und den Festival Chorus.
Für Cucchi schließt sich mit Iris ein Kreis: 1995 war die Oper ihre erste Produktion beim Wexford Festival, nun kehrt sie drei Jahrzehnte später als Regisseurin zu dem Werk zurück. Cilluffo dirigiert in Wexford bereits zum dritten Mal eine Mascagni-Oper.
Mit Iris eröffnet Wexford damit ein Festival, das erneut jenseits des Standardrepertoires sucht. Mascagnis Oper verbindet üppige Klangfarben, symbolistisches Musiktheater und die Geschichte einer jungen Frau, deren Vertrauen zur Falle wird.

