28. August 2026
Joyce DiDonato singt Mahlers „Rückert-Lieder“ mit dem Metropolitan Opera Orchestra in Paris
Die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato gastiert am 2. September 2026 mit Mahlers „Rückert-Liedern“ in der Philharmonie de Paris. Unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin trifft ihre Stimme auf das Orchester der Metropolitan Opera – eine Verbindung, die Mahlers intime Liedwelt mit dem Klangkörper eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt zusammenführt.

Mainz/Paris - Wenn Joyce DiDonato am 2. September in der Philharmonie de Paris Gustav Mahlers „Rückert-Lieder“ singt, steht die konzentrierte Form des Liedes im Zentrum eines Programms, das Gesang und Orchester auf besondere Weise miteinander verbindet. Die amerikanische Mezzosopranistin interpretiert die fünf Lieder nach Gedichten von Friedrich Rückert, die Mahler 1901 und 1902 komponierte. Begleitet wird sie vom Metropolitan Opera Orchestra unter seinem Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin.
Die „Rückert-Lieder“ gehören zu Mahlers bedeutendsten Liedkompositionen. Anders als in der Oper entsteht ihre Wirkung nicht aus einer dramatischen Handlung, sondern aus der Verbindung von Wort, Stimme und orchestraler Klangfarbe. Mahler lässt die Gesangslinie immer wieder aus dem Orchester hervortreten und anschließend wieder in dessen Klang einfließen. So entstehen musikalische Räume, in denen Intimität, Naturbilder, Einsamkeit und Liebe unmittelbar nebeneinanderstehen können.
Besonders „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ führt in eine stille, nach innen gerichtete Klangwelt. Das Lied gehört zu den bekanntesten und am häufigsten interpretierten Stücken des Zyklus und zeigt exemplarisch Mahlers Fähigkeit, mit vergleichsweise zurückgenommenen musikalischen Mitteln eine starke emotionale Spannung zu erzeugen.
Für Joyce DiDonato ist das Repertoire eine weitere Verbindung von Oper und Konzert. Die Mezzosopranistin ist auf der Opernbühne ebenso präsent wie im Lied- und Konzertfach. In Paris liegt der Schwerpunkt auf der sprachlichen Gestaltung der Rückert-Texte und auf dem Verhältnis zwischen Stimme und Orchester.
Auch für das Metropolitan Opera Orchestra eröffnet das Konzert eine andere Perspektive auf den eigenen Klang. Das New Yorker Ensemble ist vor allem als Opernorchester bekannt und begleitet regelmäßig die Produktionen der Metropolitan Opera. Auf seiner Europatournee tritt es jedoch als eigenständiger Konzertkörper in Erscheinung. Unter Nézet-Séguins Leitung verbindet sich dieser Orchesterklang in Paris mit DiDonatos vokaler Gestaltung.
Der Pariser Abend ist Teil einer kurzen europäischen Tournee des Met Orchestra mit Nézet-Séguin und Joyce DiDonato. Nach dem Auftritt in der Londoner Royal Albert Hall am 27. August und dem Konzert im KKL Luzern am 30. August folgt am 2. September der Termin in Paris. Auch in London und Luzern stehen die „Rückert-Lieder“ auf dem Programm.
In Paris werden sie allerdings nicht isoliert präsentiert: Der Abend beginnt mit Kaija Saariahos „Lumière et Pesanteur“ und endet nach der Pause mit Mahlers 4. Sinfonie. Damit entsteht ein Programm, das unterschiedliche Facetten des orchestralen Klanges miteinander verbindet – von Saariahos schillernder Klangsprache über die intime Welt der Rückert-Lieder bis zu Mahlers vergleichsweise transparenter Vierter.
Gerade in diesem Zusammenhang entfalten die „Rückert-Lieder“ ihre besondere Wirkung: Sie benötigen kein äußeres Bühnendrama. Ihre Spannung entsteht aus dem Zusammenspiel von Stimme, Wort und Orchester – und aus den oft nur kleinen Veränderungen, mit denen Mahler zwischen Intimität und großer musikalischer Weite vermittelt.

